Johanna Diehl – Constellations

Johanna Diehl - Constellations

FRANKFURT

Feb 18 2017 – Mar 25 2017
PRESS RELEASE ENGLISH

Gallery Wilma Tolksdorf presents the fifth solo show by Johanna Diehl with works from her recent series.

The exhibition will provide an insight into three new groups of works: DAS IMAGINÄRE STUDIO, ALIENATION and EIN RUHIGER TAG. Bringing these works together in a very sensitive and thoughtful hanging, Johanna Diehl reflects different insights into the notion of silence and repression, revolving around the potential and possibilities of a post-war Germany.

Within the exhibition Johanna Diehl shows the 73-part work EIN RUHIGER TAG, six monochrome coloured plates which manifest as photographic translations of the heterochromatic bindings of diaries. The plates are shown on a black and white representation of the roughened surfaces of sculptures made by the Italian sculptor Marino Marini (1901-1980). Carefully scanning the materiality and depth of the sculptures using the lens of the analogue camera, the work resembles a mapping of 20th century riots, highlighting not only the historical but also private realm of a liberal bourgeois household of the Wirtschaftswunder era.

On a second wall Diehl presents photographs of the series DAS IMAGINÄRE STUDIO in which she reflects on the utopian potential of the apparatuses of post-war electronic studios. She brings them together with photographs of re-orchestrated interiors, based on findings of her family?s photo albums. The synthesizer, mixing consoles, audiotape machines and octave filters narrate the unremitting spirit of research, the quest for innovation and mirror the playful and experimental thinking of the time.

The group of work ALIENATION (2017) makes reference to the female figures of the upper class as they appear in Michelangelo Antonioni?s films and which are remembered by Johanna Diehl as impersonations of her grand-mother. A series of loose, subjective photographs produced in contemporary Rome refer to the scenographic elements and the staging in Antonini?s movies.

Johanna Diehl (*1977 Hamburg, Germany) lives and works in Berlin. Her works have been shown at various national and international exhibitions like in Paris, München, Rom, Berlin and Moskau. She has received numerous awards, most recently the working stipend of the Foundation Kunstfonds Bonn, the Akademie Schloss Solitude, Stuttgart, the EHF programme of Konrad Adenauer Stiftung as well as a grant from the Deutsche Akademie Rom Villa Massimo for Casa Baldi. 2018 she will have a comprehensive solo show at Haus am Waldsee Berlin.

PRESS RELEASE DEUTSCH

Die Galerie Wilma Tolksdorf zeigt in der fünften Einzelausstellung neuste Werke von Johanna Diehl.

Die Ausstellung gewährt erstmalig Einblick in drei neue Werkgruppen mit den Titeln DAS IMAGINÄRE STUDIO, ALIENATION und EIN RUHIGER TAG. Für die Räume der Galerie entwickelt die Künstlerin eine fein abgestimmte Hängung ihrer Fotografien, in der sie spannungsvolle Beziehungen zwischen den einzelnen Arbeiten herstellt, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Schweigen und Verdrängten, wie auch den Potentialen und Möglichkeiten einer Bundesrepublik der Nachkriegszeit beschäftigen.

Von der 73-teiligen Arbeit EIN RUHIGER TAG, werden sechs monochrome Farbtafeln die auf fotografische Übersetzungen verschieden farbiger Einbände von Tagebüchern zurückgehen. Die Tafeln platziert Diehl auf einem wandfüllenden Schwarz-Weiß-Motiv, welches die aufgerauten Oberflächen der Skulpturen des italienischen Bildhauers Marino Marini (1901-1980) zeigt. Das beinahe zärtliche Abtasten der Skulpturen mittels der analogen Kamera gleicht einer Vermessung der Unruhen des 20. Jahrhunderts, die sich nicht nur weltgeschichtlich, sondern auch im Privaten der liberalen, bürgerlichen Haushalte der Wirtschaftswunderzeit zeigen.

Auf einer zweiten Wand zeigt Diehl Fotografien der Serie DAS IMAGINÄRE STUDIO.
In der Serie beschäftigt sie sich mit dem utopischen Potential der Apparaturen in den elektronischen Studios der Nachkriegszeit in Deutschland und stellt diese Aufnahmen verschiedenen Fotografien von Innenräumen gegenüber, welche sie in den privaten Alben ihrer Familie fand, nachinszenierte und neu fotografierte. Die Synthesizer, Mischpulte, Tonbandmaschinen und Oktavfilter erzählen vom unermüdlichen Forschergeist, der Suche nach Neuem und spiegeln das spielerisch-experimentelle Denken der Zeit wider.

Die Arbeit ALIENATION (2017) nimmt Bezug auf die Frauenfiguren der Oberschicht wie sie in den Filmen Michelangelo Antonionis auftauchen und von Johanna Diehl als von der eigenen Großmutter verkörpert, erinnert werden. Eine Serie loser, subjektiver Fotografien die im heutigen Rom entstanden, flankiert Diehl in der Frankfurter Ausstellung mit Filmstills, die sie den Filmen Antonionis entnimmt.

Johanna Diehl (1977 in Hamburg geboren) lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Werke wurden national und international u.a. in Paris, München, Rom, Berlin und Moskau gezeigt. Sie erhielt bereits zahlreiche Preise und Stipendien wie das Arbeitsstipendium der Konrad Adenauer Stiftung (EHF), der Stiftung Kunstfonds Bonn, der Akademie Schloss Solitude Stuttgart und zuletzt der Casa Baldi/ Deutsche Akademie Rom Villa Massimo.
2018 widmet ihr das Haus am Waldsee Berlin eine umfassende Einzelausstellung.

Johanna Diehl

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