LAURENZ BERGES

EXHIBITIONS // 2007 // BERLIN

BERLIN

Feb 03 2007 – Apr 07 2007
PRESS RELEASE ENGLISH

Galerie Wilma Tolksdorf presents Laurenz Berges, one of the last students of Bernd Becher, whose photographic work has been exhibited particularly in the last years in a series of group exhibitions for example in New York, Brussels or recently in Leverkusen.
Within the exhibition at Galerie Wilma Tolksdorf, early works, photos that have been generated in the hinterland of Berlin, are confronted with newest positions. Thus an overview of developments and diverse forms of expression are communicated.
Superficially examined the photographs of Berges show empty spaces and those that are used no longer. But the artist doesn?t choose his motifs arbitrarily. Old, abandoned Russian barracks in Eastern Germany, vacated localities in lignite areas in Western Germany are penetrated like memory stores. Here he follows traces of long-disappeared inhabitants.
However Berges is not documenting the decline of the former being. His photographs fragment the gaze in sections, in the depiction of details. He arranges broken shelfs, left curtains or casts of removed furniture into representatives of long-forgotten realities and identities.
One could say that Berges is abstracting the depicted to visualise the former inhabitants and their motions in life behind or better in the functional superficiality of things. He concentrates the traces of everyday past, the elusive and the casual towards an own poetic reality.
The pictures of Laurenz Berges are penetrated by a gently melancholy. They offer a depth of focus in which the visual is not reduced to the captured absolute moment but in which the former being is always perceptible. Berges evolves his photographs into resonating cavities of elapsed, everyday life, into mirrors of lived and experienced reality.

PRESS RELEASE DEUTSCH

Mit Laurenz Berges präsentiert die Galerie Wilma Tolksdorf Berlin einen der letzten Meisterschüler Bernd Bechers, dessen fotografische Arbeiten gerade in den letzten Jahren in einer Reihe von Gruppenausstellungen, beispielsweise in New York, Brüssel oder jüngst in Leverkusen zu sehen waren.
Frühe Werke, Aufnahmen, die im Berliner Umland entstanden sind, werden in der Ausstellung der Galerie Wilma Tolksdorf neusten Positionen gegenüber gestellt. Es wird somit einen Überblick über Entwicklungen und verschiedene Ausdrucksformen des Künstlers vermittelt.
Berges Fotografien zeigen oberflächlich betrachtet leere und nicht mehr benutzte Räume, Straßen und Fassaden. Berges wählt seine Motive jedoch nicht willkürlich. Alte, verlassene, russische Kasernen in Ostdeutschland, geräumte Ortschaften in westdeutschen Braunkohlerevieren werden von ihm wie Erinnerungsspeicher durchdrungen. Dort verfolgt er Spuren längst verschwundener Bewohner.
Berges dokumentiert jedoch nicht den Verfall des Gewesenen. Seine Fotografien fragmentieren den Blick in Ausschnitten, in der Darstellung von Details. Zerbrochene Schrankwände, zurückgelassene Vorhänge oder Abdrücke längst entfernter Möbel arrangiert er zu Stellvertretern längst vergessener Wirklichkeiten und Identitäten.
Man könnte sagen, Berges ?abstrahiert? das Dargestellte, um hinter oder besser in der funktionalen Oberflächlichkeit der Dinge die ehemaligen Bewohner und ihre Lebensbewegungen sichtbar zu machen. Die Spuren alltäglicher Vergangenheit, das Flüchtige und Beiläufige, verdichtet er zu einer eigenen poetischen Wertigkeit.
Berges Bilder sind von einer sanften Melancholie durchdrungen. Sie besitzen eine Tiefenschärfe, in der das Sichtbare nicht auf den eingefangenen, absoluten Moment reduziert, sondern immer auch das Gewesene spürbar bleibt. Berges entwickelt seine Fotografien zu Resonanzräumen von vergangenem, alltäglichem Leben, zu Spiegeln ge- und erlebter Wirklichkeit.

LAURENZ BERGES

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