LAURENZ BERGES

FRANKFURT

Dec 04 2010 – Mar 05 2011
PRESS RELEASE ENGLISH

Gallery Wilma Tolksdorf presents new works by Laurenz Berges. Some of them have been shown for the first time in the group show "Ruhrblicke" in Essen (current European Capital of Culture). This exhibition was curated by Thomas Weski and was part of RUHR.2010. Works of Laurenz Berges were installed among photographs of other outstanding contemporary artists such as Andreas Gursky, Candida Höfer, Jörg Sasse and Hans-Peter Feldmann at the SANAA-building. Photographs of Laurenz Berges are included in some biggest and most significant art collections worldwide and have international visibility.

As one of the last master students of Bernd Becher, Laurenz Berges considers photography as an aesthetic and a documentary artistic medium. Like an archaeologist he records traces of something which does not exist. Deserted spaces and places are in the focal point of the artist. Shortly after the German reunification Laurenz Berges documented the barracks left behind by the Soviet Army in the regions of the former GDR. Later he starts recording towns and villages between Cologne and Aachen which were forced to give way to the brown coal mining. In emptied houses and flats Laurens Berges finds relicts of human existence. In the photographs the apparent void of the places transforms into an auratic presence of the past.

At the same time the pictures deal with aesthetic problems. The exfoliated wallpaper is not just a signifier for a past cosiness but it also abstracts to a colour field. An old radio covered with spider webs becomes a compositional element. The curtain, which conceals three letters written times ago lying on the sill, refracts the light in a pictorial manner. Windows, corners, pale areas at the carpet and walls revealing locations where couches and display cases filled with china had its place; All of them become part of the whole composition.

Pictures of Berges are saturated with tender melancholy. Their deep surface does not reduce the visible to a frozen, absolute moment. Moreover the past is sensibly present. Berges develops his photographs to stages of past everyday life and to mirrors of the experienced reality.

PRESS RELEASE DEUTSCH

Galerie Wilma Tolksdorf Frankfurt präsentiert neue Arbeiten von Laurenz Berges - einige der gezeigten Arbeiten waren Teil der von Thomas Weski kuratierten Gruppenausstellung "Ruhrblicke", die im Kontext des Programms RUHR.2010 in der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas Essen stattfand. Fotografien von Laurenz Berges waren im SANAA-Gebäude neben Arbeiten weiterer bedeutender zeitgenössischer Künstler wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Jörg Sasse, Hans-Peter Feldmann u.a. zu sehen. Werke von Laurenz Berges befinden sich weltweit in den wichtigsten Kunst- und Fotosammlungen und werden international ausgestellt.

Als einer der letzten Meisterschüler Bernd Bechers versteht Laurenz Berges die Fotografie als ein ästhetisches und ein dokumentarisches Medium. Mit dem Blick eines Archäologen hält Laurenz Berges die Spuren dessen fest, was nicht mehr da ist. Im Fokus seiner Arbeiten stehen menschenverlassene Räume und Orte. Kurz nach der deutschen Wiedervereinigung dokumentiert er die leer geräumten russischen Kasernen in den Regionen der ehemaligen DDR. Später geht er dazu über Ortschaften zwischen Köln und Aachen, die dem Braunkohletagebau weichen mussten, festzuhalten. In zurückgelassenen Häusern und Wohnungen findet Laurenz Berges Relikte menschlicher Existenz. Die scheinbare Leere der Räume transformiert in seinen Fotografien zur auratischen Präsenz des Vergangenen.

Gleichzeitig beschäftigen sich die Bilder mit ästhetischen Problemen. Die abgeblätterte Mustertapete ist somit nicht nur ein Zeichen vergangener Heimeligkeit, sondern abstrahiert im Bildkontext zu einer Farbfläche. Ein mit Spinnweben überzogenes Radio wird zum kompositorischen Element. Der Vorhang, hinter welchem vor Jahren geschriebene Briefe auf einer Fensterbank liegengelassen wurden, bricht das durch das Fenster einfallende Licht in einer fast malerischen Qualität. Fensterstreben, Zimmerecken, helle Stellen auf Teppichböden und Wänden, die uns verraten, wo früher mal die Couch oder die Vitrine mit Porzellan stand, gliedern den Bildraum und bestimmen die Komposition.

Berges Fotografien sind von einer sanften Melancholie durchdrungen. Sie besitzen eine Tiefenschärfe, in der das Sichtbare nicht auf den eingefangenen, absoluten Moment reduziert wird, sondern immer auch das Gewesene spürbar bleibt. Berges entwickelt seine Fotografien zu Resonanzräumen von vergangenem, alltäglichem Leben, zu Spiegeln ge- und erlebter Wirklichkeit.

LAURENZ BERGES

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